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Rezension: Lirum Larum Löffelstiel

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Was macht ein gutes Kochbuch aus? Das kann man sich ja mal fragen und die klare erste Antwort von mir lautet: Wenn die Rezepte stimmen! Die Auswahl sollte vielfältig sein, zum Konzept des Buches passen und funktionieren sollten sie. Bei richtig guten Kochbüchern ist es damit aber noch nicht unbedingt vorbei: Kochbücher begeistern mich vor allem, wenn sie eine Geschichte haben, wenn man ein bisschen mit auf eine Reise genommen wird und vor allem, wenn man die Leidenschaft der Autoren spürt. Geht euch das genauso?

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Heute habe ich euch eines dieser besonderen Bücher mitgebracht: „Lirum Larum Löfelstiel“ heißt es und wer der Autor ist, kann man gar nicht so schnell sagen. Warum nicht? Nun, es gibt ganz viele Autoren! Das besondere an diesem Buchprojekt ist, dass die Rezepte von Kindergärten oder ähnlichen Einrichtungen an den Verlag geschickt werden und daraus dann ein gemeinsames Buch entsteht. Seit 2008 gibt es das  Projekt inzwischen und gerade ist die 18. Ausgabe erschienen! Das ist schon ganz schön beeindruckend, wie ich finde.

Im Rezept für diese griechischen Feta-Hörnchen steht zwar nichts von Sesam, aber Streusel machen halt alles besser...

Im Rezept für diese griechischen Feta-Hörnchen stand zwar nichts von Sesam, aber Streusel machen halt alles besser…

Auf 190 Seiten sind nun rund 150 Rezepte vertreten, viele Kindergartengruppen haben ein Rezept beigesteuert, manche auch gleich mehrere. Die Teilnehmergruppen sind dabei tatsächlich über ganz Deutschland verstreut und sogar aus den USA  wurden in paar eingeschickt. Den Rezepten sieht man an, dass hier keine erfahrenen Foodstylisten oder –autoren am Werk waren. Die Rezepte wurden nach meinem Eindruck nicht überartet und „geglättet“ und so sind alle Rezeptbeschreibungen unterschiedlich, mal mehr, mal weniger ausführlich und auch die Zutatenlisten sind manchmal ganz genau mit Grammangaben, manchmal aber auch eher freestyle gehalten. Bilder gibt es im Buch jede Menge – pro Rezept meist 4 bis 6 – , dabei ist aber nicht selten kein Bild vom fertigen Ergebnis zu sehen. Die Bilder sind vor allem Aktionsbilder: Wir sehen Kinder beim Schnippeln, Gruppenfotos und strahlende Kinder, die stolz Schüsseln in die Kamera halten. Genauso vielfältig wie die Darstellung, ist auch die Auswahl der Rezepte. Hier ist von allem etwas dabei: Süßes, herzhaftes, flüssiges, festes, Hauptspeisen und Nachtische. Insgesamt überwiegen allerdings die süßen Backwerke.

Abschließend erwähnenswert finde ich, dass ein Teil des Erlöses an gute Zwecke gehen. Diese werden je nach Ausgabe neu per Abstimmung bestimmt und in diesem Fall  sind es Die Arche, Herzenswünsche e.V. und Off Road Kids. Eine tolle Sache!

Rezepte, die ich bereits ausprobiert habe:

Pizzawaffeln: Diese Pizzawaffeln wollte ich schon ewig ausprobieren und entsprechend sprang mich dieses Rezept im Buch direkt an. Man bereitet einen relativ weichen Hefeteig zu, füllt ihn mit Tomatensauce, Käse und was man noch so möchte und bäckt das Ganze im Waffeleisen. Einige laufen aus, das Ergebnis war aber sehr lecker. Nur das Mehl-Flüssigkeitsverhältnis stimmte im Rezept leider so gar nicht.

Pizza-Muffins: Ja, noch einmal ein Rezept, was von Pizza inspiriert wurde… Hier werden lauter leckere Gemüsearten und was man sonst so mag (bei uns Feta) mit einer Eimasse übergossen und im Ofen gebacken. Schnell gemacht und lecker als Frühstück oder auch als leichte Hauptmahlzeit zu einem Salat oder…

PizzaMuffinsOmelett

Pittakia: Die beiden letztgenannten Gerichte gab es bei uns gemeinsam und diese griechischen Feta-Hefeteig-Hörnchen konnten auf ganzer Linie überzeugen. Super lecker! Was mich am Rezept irritiert hat, war die Tatsache, dass der Hefeteig gar nicht gehen soll. Das funktioniert zwar, aber die Backwerke werden dann normalerweise sehr hart. Also gönnte ich unseren Hörnchen eine kleine Ruhezeit. Ansonsten gut beschrieben und auch toll als Mitbringsel zu einer Party.

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Mein Fazit: Das Buch ist propevoll mit Rezepten und Bildern. Die Rezepte sind alle absolut geeignet, um mit seinen Kindern in der Küche zu werkeln, denn genauso wurden die Rezepte ja auch in den Kindertagesstätten ausprobiert und quasi unter Extrembedingungen getestet. Toll finde ich, dass die Rezepte keinesfalls angestaubt-altbacken daherkommen, sondern sehr am Puls der Zeit sind. Das macht Spaß beim Blättern! Einem absoluten Anfänger würde ich das Buch allerdings nicht empfehlen wollen, weil die Zubereitungsschritte einfach teilweise wirklich sehr frei formuliert wurden und man sich einiges dazu denken muss. Trotzdem ist das Buch ein tolles Buch für Kinder, wenn die Mama oder der Papa mit kocht und ein super Projekt ist das Ganze sowieso! Wenn ich eine Kindergruppe leiten würde, wäre ich sicherlich mit dabei!

 

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Das Buch „Lirum Larum Löffelstiel“ umfasst rund 190 Seiten, kostet 15,95 und erschien im Tim Dittel Verlag. Das Buch kann nur direkt über den Verlag oder in den teilnehmenden Einrichtungen erstanden werden.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

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