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Veganer Nusskäse mit Tapenade

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Veganer Käse… wie klingt das für euch? Nach einem Widerspruch in sich? Nach Analogkäse mit jeder Menge Chemie? Ich möchte euch heute eine „natürliche“ Käsealternative vorstellen, die schnell, einfach und mit ganz normalen Zutaten zu Hause hergestellt werden kann. Das einzige, was ihr braucht, ist ein halbwegs vernünftiger Mixer und Hefeflocken aus dem Bio-Laden.

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Vor einiger Zeit habe ich mal eine Weile nahezu vegan gelebt, denn wenn man als Vegetarier eine Laktoseintoleranz hat, ist der Unterschied zum Veganer wirklich nicht mehr groß… Das, was mir in dieser Zeit mit Abstand am meisten gefehlt hat, war Käse. Ich liebe Käse!

In Ordnung, lasst mich ehrlich sein: Der Nusskäse, den ich euch heute zeigen möchte, kann einen guten, echten Käse nicht ersetzen – für mich jedenfalls nicht. Aber ich finde die Idee spannend, auf einer Basis von Nüssen etwas herzustellen, dass zumindest an Käse erinnert, was man auf ein Brot legen kann und sich auch wunderbar zum Naschen eignet. Die Konsistenz des Nusskäses ist mittelfest, fester als Frischkäse, aber auch nicht richtig schnittfest. Nach dem Kühlen habe ich meinen Käse noch in Mohn gewälzt, ihr könnt aber nehmen, was ihr möchtet oder ihn auch ganz pur lassen. Übrigens: Der Käse sieht so unschuldig aus, ist aber unfassbar sättigend!

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Und damit das Vergnügen vollkommen ist, gibt es zusätzlich eine aromatische Tapenade aus schwarzen Oliven. Diese Paste stammt ursprünglich aus Frankreich und besteht hauptsächlich aus Oliven, dazu kommen noch Knoblauch und Kapern. Tapenade passt quasi zu allem: Frischem Brot, Nudeln, Kartoffeln, zum Aperitif und auch zu diesem Nusskäse.

Eine Tasse entspricht 240 ml.

 

Zutaten für den Nusskäse:
2 Tassen Nüsse (im Original jeweils eine Tasse Cashew- und Macadamianüsse, ich habe nur Cashew benutzt)
1 EL Schalotte, gewürfelt
1 TL Hefeflocken
1 EL Olivenöl
1/4 TL Salz
1 TL Zitronensaft
Evtl. etwas Wasser
Optional: Etwas zum Wälzen des Käses, beispielsweise Mohnsamen, Sesam, Kräuter, grob geschroteter Pfeffer
1 Mixer / Küchenmaschine – alternativ ein Pürierstab

Zubereitung:
• Die Nüsse in eine Schale geben und mit Wasser bedecken, 2-4 Stunden einweichen.
• Alle Zutaten – außer dem Zitronensaft und das Wasser – in den Mixer geben und mixen, bis die Masse glatt ist und eine Art Frischkäse-Konsistenz hat. Den Zitronensaft hinzu geben und gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzugeben. Noch einmal abschmecken und je nach Geschmack noch ein paar Hefeflocken oder Salz hinzufügen.
• Die Masse zu einem „Käselaib“ formen: Im Buch wird dazu vorgeschlagen, die Masse zu halbieren und jeweils in eine runde Form von 9 cm Durchmesser zu pressen. Ich habe sie stattdessen in Frischhaltefolie gedreht und ich eine große Tasse gepresst, so habe ich mir etwas Geschmiere gespart.
• Im Kühlschrank 3-4 Stunden durchziehen lassen. Danach je nach Wunsch noch Wälzen und dann genießen.

Zutaten für die Tapenade:
1/2 Tasse schwarze Oliven
1 EL Kapern
1 Knoblauchzehe, geschält
3 EL Olivenöl
3 EL Petersilienblätter
1 Mixer / Küchenmaschine – alternativ ein Pürierstab

Zubereitung:
Die Oliven in ein Sieb geben und mit Wasser abspülen. Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer groben Paste zerkleinern.

 


Beide Rezepte stammen aus dem Buch „The Unbakery“ von Megan May. Auch wenn ich mit der rohköstlichen Küche noch nicht so richtig warm geworden bin – hach, was ein schönes Wortspiel… – gefallen mir einige Ansätze in diesem Buch wirklich gut. Aufgrund vieler Unverträglichkeiten hatte Megan May ihr ganzes Leben mit gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie wusste zwar schon früh davon und wie sich eigentlich hätte ernähren sollen, aber so eine schöne käsige Pizza oder cremiges Eis sind nun einmal verführerisch. Schließlich lernte sie aber doch mit ihren Ernährungeinschränkungen zu leben und eröffnete inzwischen drei Cafés, in denen sie rohköstlich-vegane Küche anbietet. Da diese Cafés in Neuseeland sind, hat sie nun ein Buch mit lauter Lieblingsrezepten veröffentlicht, sodass man sich einige Ideen von ihr nach Hause holen kann. Was man in diesem Buch finden kann, ist so ziemlich alles, was man sich wünscht: Für Frühstück, über kleine Snacks, das Mittag- oder Abendessen, bis hin zu schmackhaften Desserts gibt es alles. Bis auf einen guten Mixer und eventuell einen Dörrautomaten benötigt man keine speziellen Geräte und auch die Verwendung von allzu speziellen Zutaten hält sich im Rahmen. Die Rezepte sind alle sehr ausführlich und verständlich beschrieben, die meisten werden von schönen Bildern begleitet und immer wieder gibt es auch Schritt-für-Schritt-Bilder, vor allem bei Basic-Rezepten. Besonders erwähnenswert finde ich noch, dass die im Anhang angebenden Bezugsquellen und Literaturangaben alle an den deutschen Markt angepasst wurden. Das ist super und wirklich hilfreich!
Mein Fazit: Das Buch gibt viele Anregungen für eine rohköstlich-vegane Ernährung, ohne den Zeigefinger zu erheben. Die Autorin fordert nicht, dass jeder sofort nach dieser Lebensweise leben sollte, gibt aber Impulse und Ideen weiter. Die Rezepte sind vielfältig und die beiden ausprobierten haben mir gut gefallen.

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Das Buch „The Unbakery“ von Megan May umfasst 270 Seiten, kostet 22,90 Euro und ist im Hans-Nietsch-Verlag erschienen.
Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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