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Rezension: Deliciously Ella

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In letzter Zeit gab es unter Bloggern drei große Themen, die nicht direkt mit Rezepten und Artikeln zu tun hatte. Ich fasse sie mal grob folgendermaßen zusammen:

  • Wie halte ich meine Figur, wenn ich regelmäßig blogge und wie trete ich auf die Bremse, wenn ich doch eine Weile zu viel Kuchen und Torten gegessen habe?
  • Darf oder soll ich einfach weiterbloggen, als wenn nichts wäre, wenn die Welt immer unschöner wird. (Dazu hatte ich schon mal HIER etwas geschrieben.)
  • Braucht die Welt eigentlich meinen Blog oder würde es jemandem auffallen, wenn ich aufhöre?

Alle drei Punkte beschäftigen mich ebenfalls und wenn man so möchte, geht es in meiner heutigen Rezension auch ein bisschen um den ersten Punkt. Es geht nämlich um leckeres, spannendes und gesundes Essen.

Cover-DeliciouslyElla

Mitgebracht habe ich euch das Buch „Deliciously Ella“ von Ella Woodward. Der ein oder andere mag sie von ihrem gleichnamigen Blog kennen – ich kannte ihn ehrlich gesagt bis vor einigen Wochen nicht. Der Untertitel des Buches lautet „Genial gesundes Essen für ein glückliches Leben“. Um ganz offen zu sein: Für Heilversprechen jedweder Art bin ich nicht besonders empfänglich, mich stoßen sie ab und so halte ich auch nicht viel von Büchern die versprechen „Ernähre dich so und so und dein Leben wird großartig sein“, ich bin der Meinung, dass da viel mehr zugehört und jeder da seinen eigenen Weg finden muss. Bei Ella war es so, dass bei ihr die seltene Krankheit POTS diagnostiziert wurde – eine ziemlich bösartige Krankheit, die nach und nach das autonome Nervensystem angreift. Sie verbrachte viel Zeit im Krankenhaus, wurde vollgepumpt mit Medikamenten und erst, nachdem sie ihre Ernährung radikal auf vegan und glutenfrei umstellte, ging es ihr besser. Sie startete ihren Blog und nun gibt es das zugehörige Buch auch auf Deutsch.

Dieses Buch ist so viel mehr als eine bloße Rezeptesammlung und das ist es, was mir besonders gut daran gefällt! Ella nimmt uns mit in ihre Welt: Ihre Ernährungsumstellung war radikal und ist sicherlich deswegen nicht für jeden etwas. Aber das erwartet Ella auch gar nicht. Es geht ihr nicht ums Missionieren, sondern um die Verbreitung von Ideen für eine gesündere Lebensweise. Zusätzlich stellt sie uns ihre liebsten Lebensmittel alle im Detail vor, jedes Kapitel wird ausführlich eingeleitet und viele Hintergrundinformationen zu ihr und ihrer Ernährung werden vorgestellt.

HaferflockenkekseEinfache3

Die Rezeptkapitel sind nach Hauptzutaten sortiert. Es gibt Kapitel zu den folgenden Themen:

  • Körner
  • Nüsse und Kerne
  • Bohnen und Hülsenfrüchte
  • Gemüse
  • Früchte
  • Smoothies und Säfte

Jedes Kapitel beginnt mit einer ausführlichen Darstellung von Ellas Lieblingszutaten oder -zubereitungsweisen. Gut gefällt mir, dass es hier schon teilweise Hinweise auf Rezepte im Kapitel gibt. So kann man direkt die passenden Rezepte finden. Auf der ersten Doppelseite jedes Kapitels sind darüber hinaus alle Rezepte aufgeführt.

Die Rezepte werden alle von einem persönlichen Text eingeleitet, die Zubereitungsweisen sind gut beschrieben, aber keinesfalls überladen. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass sie für Anfänger teils zu grob und nicht genau genug sind. Bebildert sind viele Rezepte, aber nicht alle. Die Bilder sind sehr angenehm: Nicht überladen, man erkennt alles prima und sie sind freundlich hell. Anders als bei den meisten Bloggerbüchern sind die Fotografien übrigens nicht von Ella selbst – was ich überhaupt nicht schlimm finde.

HaferflockenRiegel1

Also alles prima und super in diesem Buch? Hm, nein, ein paar kleine Kritikpunkte habe ich doch: Es fehlen teilweise Angaben über die Größe von Backformen. Beispielsweise bei den Haferkeksen, die ich ausprobiert habe. Dort stand, man solle die Mischung auf ein Backblech geben. Nichts dazu, wie groß es sein sollte oder ob man die Masse überhaupt auf die komplette Fläche festdrücken sollte oder nicht. Gerade für Anfänger ist so etwas unpraktisch und auch mich – mit einiger Erfahrung beim Backen – nervt so etwas. Und noch ein zweiter Punkt, der mir mehrfach aufgefallen ist: Die Becher-Zu-Gramm-Umrechnungen sind nicht konsistent. Hier sind 1 1/2 Becher = 180 g Haferflocken, im nächsten Rezept sind dann aber 2 Becher = 360 g Haferflocken. So etwas nervt, denn offenbar wurden hier nicht die amerikanischen Cups verwendet, sondern eigene, variierende Volumenmaße. Ein Register gibt es, allerdings wirkt es auf mich unvollständig. Das übliche Problem: Wenn ich Zucchini habe und ein passendes Rezept suche, schaue ich unter Z und werde deswegen wohl den Linsen-Zucchini-Minze-Salat nicht finden. Schade.

 

Bereits ausprobierte Rezepte:

Einfache Haferflockenkekse: Banane, Nussmus, Haferflocken und ein ganz bisschen Kokosfett und Ahornsirup. Klingt nach einem gesunden Frühstück, oder? Ist es im Prinzip auch, nur besser verpackt, nämlich als saftige, aromatische Cookies. Klasse Rezept, gibt es sicherlich wieder! Im Buch stand, man sollte sie schön platt drücken, um sie besonders knusprig zu bekommen, da ich weiche Kekse lieber mag, habe ich meine eher dick gelassen.

HaferflockenkekseEinfache1

Haferkekse: Grundsätzlich werden die gleichen Zutaten wie bei den einfachen Haferflockenkeksen benutzt, aber in anderem Mischverhältnis und die Kekse werden nicht als Cookies, sondern als Bars gebacken. Geschmacklich sind sie aber noch viel besser als die anderen – finde ich jedenfalls. Leicht mürbe, mit schönem Haferflocken- und Nussgeschmack, die Banane ist etwas dezenter. Die Kekse wird es wieder geben!

HaferflockenRiegel3

Zehn-Minuten-Pasta: Ein schnell gemachtes Nudelgericht, zumindest, wenn man die schwarzen Bohnen aus der Dose nimmt und nicht frisch kocht – wie ich. Die Kombination von Nudeln mit Tomatensauce in die schwarze Bohnen kommen, ist wirklich lecker. Dazu gab es bei uns noch etwas frischen Basilikum, damit kann man schließlich nichts falsch machen.

NudelnTomateBohne2

 

Mein Fazit: Ellas Geschichte macht sicherlich vielen Menschen Mut. Ich bin überzeugt davon, dass Ernährung viel Einfluss auf unser Wohlbefinden hat und für manch einen wird dieser Weg der richtige sein. Unabhängig davon sind die Rezepte aber einfach gut und die Ergebnisse schmecken und sind einfach umzusetzen. Auf meiner Nachmachliste stehen noch einige weitere Rezepte und ich bin schon gespannt darauf, wie sie gelingen werden. Ganz oben stehen übrigens die Süßkartoffel—Brownies, jam!

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Buch „Deliciously Ella“ von Ella Woodward umfasst rund 250 Seiten und kostet 19,99 Euro. Es ist bei Bloomsbury Berlin erschienen.

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar.

 

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  6. Ich habe das Buch auch und finde es auch gut, aber wirklich eher für Anfänger. Ich ernähre mich schon länger vegan (wenn auch nicht glutenfrei) und dann gibt es doch wenig neues. Schade finde ich auch das es manchmal keine Bilder gibt, oder nur ein Bild von einer Zutat aber nicht vom fertigen Essen…;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    Antwort
    • Ja, das stimmt, das sind beides Punkte, die man beachten sollte. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt ganz gut gefallen, es ist irgendwie rund und stimmig und das macht schon viel aus. 🙂
      Liebe Grüße, Becky

      Antwort

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