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Rezension: „Vegetarian Dinner Party“ von Claudia Peppel

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Vor einer Weile schon bekam ich eine nette Mail von Claudia Peppel, die mir erzählte, dass sie ein Buch geschrieben hat und mich fragte, ob ich Lust hätte, es mir mal anzusehen. Es ginge darin um Vegetarian Dinner Parties mit Menüs für besondere Gäste. Natürlich hatte ich Lust und heute möchte ich euch von dem Buch gern erzählen.

Cover-VegDinnerParty

Die Idee des Buches ist, jeweils ein komplettes Menü zu einem bestimmten Thema vorzustellen. Dabei besteht jedes Menü aus Aperitif, Vorspeise, Hauptspeise und Dessert. Zusätzlich gibt es Weinempfehlungen und eine Übersicht, was man vorbereiten kann und wie man vorgeht, wenn die Gäste eingetroffen sind. Das Ganze wirkt sehr durchdacht und erprobt.

Es gibt beispielsweise die Themen „Beste Freunde“, „Die neue Liebe“, „Freunde von früher“, „Freunde mit Kindern“, „Verwöhnte Verwandte“, „Vegane Freunde“, „Allergische Freunde“ (das ist dann gluten- und laktosefrei), „Der Filmabend“ und als krönenden Abschluss die „Vegetarian Dinner Party“ für 20 Personen. Insgesamt sind es 21 Menüs. Bei jedem Menü hatte ich das Gefühl, dass das Thema wirklich durchgezogen wurde. Alle Menüs sind für verschiedene Anzahlen von Menschen gedacht, was für das Thema logisch, aber im täglichen Gebrauch teils etwas nervig ist, wenn man jedes Mal nachschauen muss, für wie viele Personen ein konkretes Gericht ausgerichtet ist. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, ist das aber nicht weiter schlimm.

SpaghettiPomodoro6

Die Rezeptauswahl selbst finde ich gelungen: Es gibt sowohl Klassiker wie Älplermakronen, als auch neuere Zutaten wie Seitan und natürlich Tofu. Letztere beiden Zutaten werden aber sehr dosiert eingesetzt. Die Autorin hat sich offenbar wirklich Gedanken darüber gemacht, was man an leckeren vegetarischen Gerichten anbieten kann, die weg kommen von dem bloßen „Fleischersatzgedanken“, den man immer mal wieder antrifft. Auf dem Klappentext steht:

Gäste vegetarisch zu bewirten, bereitet oft Kopfzerbrechen. Fallen Ihnen spontan nur zwei vegetarische Gerichte ein und würden Sie diese ungern Ihren Gästen vorsetzen?

Als Vegetarierin habe ich dieses Problem auf jeden Fall nicht: Mir fallen deutlich mehr Gerichte ein und viele davon würde ich ohne Probleme Gästen vorsetzen wollen. Aber für alle, die einen kleinen Stupser brauchen oder einfach auch so neue Ideen für vegetarische Gerichte suchen, ist dieses Buch eine schöne Sache. Jedes Gericht ist nach Schwierigkeitsstufen gekennzeichnet und es gibt Abkürzungen für laktosefrei, glutenfrei, für Kinder geeignet und einige weitere.

Spinatstrudel.Peppel14

Kommen wir zu meinem größten Kritikpunkt: Es gibt keine Bilder! Es tut mir Leid, aber für mich ist das ein großer Minuspunkt bei jedem Koch- und Backbuch. Ein zweiter Kritikpunkt ist, dass mehrfach die Angabe fehlt, wie groß Backformen sein sollen. Das ist nicht ganz so schlimm, wenn es sich um Aufläufe handelt, aber bei Tartes und Kuchen schon. Leider gibt es zwischendurch auch Unsauberkeiten wie eine Gemüsebrühe, die man erst anrührt, dann aber leider nie wieder im Rezept benutzt – so geschehen beim Seitan-Geschnetzeltem. Für alle, die öfter kochen, ist das nicht weiter tragisch, Anfänger wird das vermutlich verwirren.

Und einen kleinen weiteren habe ich leider auch noch, das war es dann aber auch: Ihr ahnt es vielleicht schon, aber das Register genügt mal wieder nicht meinen Ansprüchen. Bin ich da zu pingelig? Ich merke mir einfach selten die genauen Namen von Gerichten, sondern eher die Hauptzutaten und da kann es schon mal sein, dass ich die „Cranberry-Apfel-Tarte“ unter A suche oder fünf Anläufe brauche, bis ich den „Magerquark mit Feigen, Birnen und Granatapfelkernen“ unter M finde, nachdem ich unter F, B, G und Q vergeblich gesucht habe. Ich mag Register, in denen man fündig wird, wenn man sich fragt: „Hm, ich habe hier noch eine Birne, schauen wir doch mal in dem Register nach, ob es in dem Buch etwas mit Birnen gibt…“

Gut finde ich, dass es am Ende des Buches einen Mini-Glossar gibt, bei dem schweizerische Ausdrücke ins Hochdeutsche übersetzt werden. Außerdem gibt es dort ein Abkürzungsverzeichnis.

 

Rezepte, die ich schon ausprobiert habe:

Seitan-Geschnetzeltes mit Semmelknödeln: Wer meine Facebookseite verfolgt, wird schon mitbekommen haben, dass mir der Seitan nicht so recht gelungen ist. Aber natürlich kann ich das nicht der Autorin zum Vorwurf machen! Die Sauce war sehr lecker, ist auf jeden Fall zu empfehlen und das mit dem Seitan übe ich einfach noch etwas…

SeitanPilzGeschnetzeltes.Peppel1

Spinatstrudel: Laut Buch sollte es dazu eine Sauce Choron und einen Avocadosalat geben. Es kann gut sein, dass ich beides noch ausprobieren werde, bis jetzt gab es aber nur den Strudel selbst bei uns, der war aber umso leckerer! Außen knusprig, innen samtig-käsig. Super! Mein Favorit aus dem Buch. Das Rezept dazu gibt es HIER bereits.

Spinatstrudel.Peppel10

Spaghetti di tris pomodoro: Das Gericht klingt toll, letztlich handelt es sich einfach um Spaghetti mit Tomatensauce. Genaugenommen ist die Sauce sogar ein Viererlei von der Tomate: Frische, aus der Dose, getrocknete und Tomatenmark. Die Sauce ist lecker, schnell gemacht und passt zum After-Work-Dinner, wenn es schnell gehen soll und man trotzdem etwas Schmackhaftes servieren möchte. Ganz ehrlich muss ich aber sagen, dass mir meine eigene Standardsauce besser schmeckt, mir fehlte etwas leicht Säuerliches von Rotwein oder Balsamico.

SpaghettiPomodoro4

 

Mein Fazit: Die Rezeptauswahl ist sehr vielfältig und gelungen, das Konzept wirkt durchdacht und erprobt und die Rezeptbeschreibungen sind sehr ausführlich und auch für nicht ganz so geübte Köche gut nachvollziehbar geschrieben. Trotzdem gibt es ein paar Sachen, die mir am Buch nicht ganz so gefallen.

 

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Das Buch „Vegetarian Dinner Party“ von Claudia Peppel wurde mir über die Autorin vom Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ihr könnt es direkt beim Verlag bestellen. Schaut doch auch mal auf der Facebookseite zum Buch vorbei und wer um den 13. Oktober herum in Berlin und Umgebung weilt, kann sich dort auch für eine Buchvorstellung mit Kostproben aus dem Buch anmelden.

 

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Eine Antwort »

  1. Da bekomme ich doch glatt Appetit! Nachdem die Schulbrote fertig geschmiert sind gehen auch schon Nudeln :-)))

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