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Rezension: Filmrezepte von Thomas Struck und Karin Laudenbach

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Normalerweise seid ihr es ja auf Becky’s Diner gewohnt, dass ihr schmackhafte, leckere Rezepte präsentiert bekommt, die einfach und meist recht schnell nachzumachen sind. Heute habe ich ein Kochbuch mitgebracht, das ich euch vorstellen möchte, das im Prinzip genau das gegenteilige Kochen vertritt.

In dem Buch Filmrezepte von Thomas Struck und Karin Laudenbach aus dem Callwey Verlag sind 14 Michelin Sterne vertreten, verteilt auf 15 Köche und 25 Menüs. Dass es hier nicht um die leichte Alltagsküche gehen würde, die man mal eben nachkochen kann, ist wohl nicht verwunderlich. Aber wenn ich schon ein Blog-Event zum Thema Essen in Filmen ausrichte (ihr könnt noch bis Anfang Oktober daran teilnehmen!), dann wollte ich mir auch gern dieses Buch genauer ansehen

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Wisst ihr, was in (einer) der ersten Filmvorführung der Welt 1895 gezeigt wurde? Essen! Aber nicht irgendein Essen, sondern wie ein Baby gefüttert wird. Louis Lumière filmte wie Auguste Lumière seine kleine Tochter Andrée füttert. Dass Kino und Essen schon von Anbeginn eng verwoben waren, dürfte damit klar sein: Es gibt viele Filme über das Essen und beim Filme schauen, essen wir ebenfalls gern. Dieses Buch nimmt diese Idee auf und lässt sie von Spitzenköchen umsetzen.

 

Jeder Koch bekam einen Film (manche zwei) und hat sich von diesem Film zu einem Menu inspirieren lassen. Dabei gibt es ein paar wenige vorhersehbare Wahlen: Beispielsweise das Boeuf Bourguignon für Julie und Julia – wer den Film gesehen hat, weiß, dass daran kein Weg vorbei führt. Aber die meisten Wahlen sind alles andere als vorhersehbar. Hier sind wirkliche Meisterköche am Werk gewesen und das merkt man dem Buch auf jeder Seite an. Jedes Menu wird eingeleitet durch eine Doppelseite, auf der der Film kurz vorgestellt wird und auch das Menu meist kurz in den Film eingeordnet wird. Dann geht es los: Jedes Rezept wird von einem großen einseitigen Bild begleitet, es gibt zu jedem Gericht eine Weinempfehlung und immer wieder Zitate aus dem jeweiligen Film.

Am Ende des Buches wird jeder der Köche noch einmal kurz vorgestellt, der Film, den er „verkochte“ steht unter der Vorstellung und so kann man direkt nachschauen, wer sich etwas zu Ratatouille hat einfallen lassen (Johannes King übrigens) oder welchen Film Léa Linster als Inspiration nutze (Babettes Fest und Das Festmahl im August).

Nachgekocht habe ich bis jetzt lediglich das pochierte Ei, das eine Komponente des Hauptgangs zum Film „Toast“ ist. Wusstet ihr, dass es einen Film über das Leben von Nigel Slater gibt? Slater wird dargestellt von Freddie Highmore, bekannt als einer der Jungs aus „Wenn Träume fliegen lernen“, Charlie aus der Schokoladefabrik oder aus dem Goldenen Kompass. Seine Mutter wird von Victoria Hamilton, bekannt aus einigen Jane Austen – Verfilmungen, und seine Stiefmutter von Helena Bonham Carter gespielt. Es handelt sich dabei also um keine ganz kleine Produktion. Trotzdem hatte ich vorher noch nichts von dem Werk gehört. Aber zurück zum pochierten Ei: Es gelang sehr gut nach der Methode von Michael Kempf und ich servierte es auf einem Rote Beete – Salat. Die Beete stammt aus dem Garten meiner Eltern, sie wurden so gezogen, wie auch Slater es mit Sicherheit genau richtig fände. Wer den ausführlichen Artikel lesen möchte, kann dies HIER tun.

 

Habe ich auch noch Kritik? Ich liebe nun einmal Desserts und Backwerke… Beides spielt in diesem Buch eine sehr untergeordnete Rolle, einige der Menus kommen komplett ohne Dessert daher. Verwunderlich ist es wohl nicht, da hier Köche und keine Patisseurs am Werk waren, etwas schade finde ich es trotzdem. Aber bei all den tollen anderen Vorschlägen, ist dieser Punkt wohl zu verschmerzen. Ein zweiter Punkt ist, dass das Buch extrem fleisch- und fischlastig ist. Auch das ist ein Grund, aus dem ich bis jetzt noch kaum etwas nachgekocht habe.

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Zweierlei pochiertes Ei auf verschiedenen Salaten mit einem Käse-Tomaten-Brot.

 

Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Buch! Hier gibt es zwar keine leichte Alltagsküche, aber alle Rezepte sind sehr gut geschrieben und alles wirkt dabei absolut nachkochbar und nicht abgehoben. Das Buch ist eine tolle Gemeinschaftsarbeit von sehr hochklassigen Köchinnen und Köchen. Viele Köche verderben den Brei? Hier nicht!

Die Bilder sind super, das Layout wirkt hochwertig und das Buch lädt zum Blättern ein. Auch wenn ich wahrscheinlich erst einmal nicht besonders viel daraus nachkochen werde, nehme ich es sehr gern in die Hände und lese darin. Einige neue Filme habe ich nämlich auch schon entdeckt, die ich vorher noch gar nicht kannte.

 

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Das Buch „Filmrezepte“ von Thomas Struck und Karin Laudenbach ist im Calley Verlag erschienen, hat 192 Seiten und kostet 39,95 Euro. Über diesen LINK gibt es einen ausführlichen Blick ins Buch. Ihr könnt es direkt beim Verlag bestellen: KLICK!

Vielen Dank für die Bereitstellung als Rezensionsexemplar! Meine Meinung bleibt davon selbstverständlich unberührt.

 

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